Oktober 18, 2014

Hänschen klein, surft allein...

- oder der "richtige" Umgang mit modernen Medien innerhalb der Familie!-

 Anna von Berlin-Mitte-Mom ruft -in Zusammenarbeit mit Scoyo- in ihrem neuesten Blogartikel zu einer Blogparade auf. Dabei geht es um das Thema "Medienerziehung in der Familie".
Da diese Angelegenheit von Monat zu Monat, je mehr der Bub mitbekommt und lernt, immer wichtiger und aktueller für uns wird, möchte ich gern darüber schreiben.

Bei solch einer umfassenden Thematik stellt sich mir zu allererst die Frage: Wo setze ich an?
Ich bin Bauhjahr 84 und somit ein Jahrgang, der noch weiß, wie es ohne TV und eigenem Telefon zu Hause ist.Das erste Internet-Modem, so richtig mit "geh weg vom PC ich muss telefonieren, Kind!" bekamen wir, als ich ca 13 oder 14 Jahre alt war. Mein erstes Prepaid-Handy bekam ich mit 15. Damals noch mit der Auskunft: "Guck mal, Mama, so könnt ihr mich IMMER erreichen!"
Und so wuchs ich hinein in die stetig explodierende Medienwelt, es wurde zu einem Teil meiner Jugend und heute sitze ich manchmal da, sehe meine fast 14 Jährige Schwester an, wie sie vor ihrem Smart-Phone sitzt, und grüble über "damals" nach. Wie war es ohne diese Neuerungen? Hatten wir eine unbeschwertere Kindheit und Jugend?

Nein, es war einfach eine andere!

So wie es für meine Urgroßeltern neu war, dass es Anfang der 90er in jedem Haushalt ein Telefon gab, so muss ich mich als Mutter nun an den Gedanken gewöhnen, dass meine 16 Jahre jüngere Schwester und mein 2 Jähriger Sohn nun mal auch einer anderen Generation angehören.
Einer Generation, die es nicht anders und "ohne" kennt.

Meine Eltern sind diesbezüglich toll. Mein Papa, der sich schon immer technisch gern auf dem neuesten Stand der Dinge hielt, ist fitter in manchen Sachen, die die "neuen Medien" betreffen, als ich. Wir tauschen uns auch gern´aus und er sieht diesen Entwicklungen mit einem offenen Geist entgegen.

Es wird als wichtig angesehen, dass meine Schwester den verantwortungvollen Umgang mit diesen Dingen lernt, Zeiten hat, in denen sie Smartphone und Co. in den "sleep-Modus" entlässt und einfach ein 14 Jähriges Mädchen ist, dass zum Training fährt, sich mit Freundinnen trifft und eben Teenie-Dinge tut. Ihnen ist bewusst, dass Laptops und Smartphones dazu gehören.

Und so ähnlich ist das auch bei uns der Fall. Sicher wird die Zeit zeigen, wie es sich mit Sohnemann entwickelt, was es für technische Inovationen geben wird, die uns Eltern in Erstaunen versetzen und eventuell aufgeben lassen, was das Verstehen dieser Technik betrifft.
So lange er aber begreift, dass es dort draußen eine reale Welt gibt, in der Mama und Papa mal nicht auf ihre Handys starren oder "dieses komisch flache Ding zum aufklappen" leuchtet, wird es nur von Vorteil für ihn sein all diese Dinge kindgerecht und Schritt für Schritt mitzubekommen. Er wird nicht gänzlich außen vor und wie Kaspar Hauser  vor seiner Schulklasse stehen. - Wer weiß, vielleicht sind Smartphones der neuesten Generation dann bereits Teil des Lehrplans?-

Anna von Berlin-Mitte-Mom verglich den Konsum der neuen Medien mit dem von Schokolade.Sie sagte auch, dass dieser Vergleich vielleicht etwas hinkt, aber ich für meinen Teil finde, sie hat den Nagel damit ziemlich gut auf den Kopf getroffen.
Ich kann meinem Kind nicht gänzlich die Süßigkeiten vorenthalten  und  sie dann selbst heimlich futtern, um dann zu entdecken, dass er sie eventuell unter dem Bett hortet.
Es ist das Maß und die Aufklärung darum, die mit der Verantwortung, die ich als Mutter habe, einhergehen.

Die Medien produzieren nicht nur gute und lehrreiche Dinge, nein, es gibt leider auch viel gequirlte Scheiße, wie ein Familienmitglied es immer so schön betitelt! Aber wie soll mein Kind lernen, eben jenen Mist vom sinnvollen Brei zu unterscheiden, wenn ich ihm nicht die Chance gebe zu entdecken, sich auszutauschen und zu lernen? Zu Beginn geschieht dies natürlich unter Aufsicht bzw. mit gewissen Regeln, aber auch hier kann man von Vertrauen sprechen, wenn man als Eltern lernt sich auch medial von seinen Kindern abzunabeln und ihnen mit wachsendem Alter den verantwortungsvollen Umgang damit auch mal allein zutraut.
Dies liegt bei uns noch scheinbar weit entfernt, aber wer weiß, in 15 Jahren dann rufe ich meinen Sohn an, um ihn um Hilfe zu bitten, wenn "Muddi" mit dem neuesten Kram nicht mehr zurechtkommen will! ;-)

Wie steht Ihr zu diesen Dingen? Handhabt Ihr es vielleicht komplett anders? Macht doch auch mit bei dieser tollen Blogparade hier!